Kleine schwarze Fliegen in der Wohnung: Ursachen & Lösungen
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Lesezeit: 8 min
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Kleine schwarze Fliegen in der Wohnung tauchen meist über Nacht auf. Erst sitzen ein paar Punkte an der Fensterscheibe, zwei Tage später schwirren sie um jeden Blumentopf und um die Obstschale. In fast allen Fällen sind es Trauermücken aus der Blumenerde oder Fruchtfliegen aus der Küche. Beide sind harmlos, aber lästig, und beide vermehren sich schnell. Dieser Ratgeber zeigt dir, welche Art du vor dir hast, woher sie kommt, was jetzt schnell hilft und wie du den Nachschub von draußen am Fenster stoppst.
In den allermeisten Wohnungen stecken hinter den kleinen schwarzen Fliegen nur zwei Arten. Trauermücken kommen aus der Blumenerde, Fruchtfliegen aus der Küche. Seltener ist es eine Abwasserfliege, die aus dem Abfluss stammt.
Die Trauermücke ist schlank und mattschwarz, hat lange Beine und Fühler und fliegt auffällig taumelig, meist dicht über dem Boden, über der Blumenerde oder an der Fensterscheibe. Sie ist nach Angaben des Umweltbundesamts zwischen einem und sieben Millimetern groß. Viele Menschen halten sie für eine winzige Fruchtfliege, dabei gehört sie zu den Mücken.
Die Fruchtfliege ist kleiner und gedrungener, gelblich- bis rötlichbraun, mit deutlich sichtbaren roten Augen. Sie schwirrt um Obst, um den Biomüll und um offene Flaschen, kaum am Fenster.
Die Abwasserfliege, oft Abflussfliege genannt, ist grau und pelzig, hat herzförmige Flügel und sitzt regungslos an der Wand neben dem Waschbecken. Sie fliegt schlecht und läuft eher.
Wenn du weißt, welche Art vor dir sitzt, weißt du auch, wo die Brutquelle steckt. Das spart dir das Herumprobieren mit Hausmitteln.
Am schnellsten unterscheidest du die beiden über Farbe, Flugverhalten und den Ort, an dem sie sitzen. Trauermücken sind schwarz und halten sich an den Pflanzen auf, Fruchtfliegen sind bräunlich und halten sich am Obst auf.
| Merkmal | Trauermücke | Fruchtfliege |
|---|---|---|
| Größe | 1 bis 7 mm, sehr schlank | 2 bis 5 mm, kompakt |
| Farbe | mattschwarz, lange Beine | gelblich- bis rötlichbraun |
| Augen | unauffällig | auffällig rot |
| Flug | taumelnd, in Bodennähe und am Fenster | schwirrend um Obst und Mülleimer |
| Herkunft | feuchte Blumenerde, Topfpflanzen | gärendes Obst, Saftreste, Abfluss |
| Ansatzpunkt an der Quelle | Erde abtrocknen, Gelbtafeln, Nematoden | Obst wegräumen, Essigfalle, Abfluss spülen |
Beide Arten haben eines gemeinsam. Ein Teil der Tiere sitzt am Fenster, weil sie zum Licht wollen oder weil sie von draußen nachkommen. Genau dort setzt der Insektenschutz an.
Kleine Fliegen tauchen aus drei Richtungen auf. Sie werden mit Erde oder Obst eingeschleppt, sie schlüpfen aus einer Brutquelle in der Wohnung, oder sie kommen von draußen durchs Fenster. Meist ist es eine Mischung.
Die häufigste Quelle sind Zimmerpflanzen. Trauermücken werden nach Angaben des Umweltbundesamts über Blumenerde und Topfpflanzen eingeschleppt. Oft stecken schon in gekaufter Erde ein paar Eier oder Larven. Sobald die Erde dauerhaft feucht steht, entwickeln sie sich. Die Larven leben im nassen Wurzelballen und sind von oben nicht zu sehen, deshalb wirkt der Befall so plötzlich.
Fruchtfliegen brauchen etwas Gärendes. Eine angeschnittene Tomate, eine Schale mit Obst, ein Spritzer Saft neben der Flasche oder der Biomüll reichen aus. Im Abfluss bildet sich mit der Zeit ein feuchter Belag aus Essensresten, in dem sich Fruchtfliegen und Abwasserfliegen entwickeln. Deshalb kommen sie manchmal auch dann, wenn die Küche sauber aussieht.
Bei warmem Wetter kommt ein Teil der kleinen Fliegen einfach durchs offene oder gekippte Fenster herein. Das passiert vor allem dort, wo direkt vor dem Fenster eine Quelle liegt, etwa ein Komposteimer, ein Balkonkasten mit feuchter Erde, Grünschnitt oder eine Wiese. Abends ziehen die Tiere zusätzlich zum Licht in den beleuchteten Räumen.
Die ersten beiden Quellen gehst du in der Wohnung an. Gegen die dritte hilft nur, das Fenster dicht zu bekommen, ohne auf frische Luft zu verzichten.
Keine Gesundheitsgefahr für Mensch und Tier
So stuft das Umweltbundesamt Trauermücken ein. Chemische Mittel sind in der Regel nicht nötig.
Sie stechen nicht und übertragen im Haushalt nichts. Schaden können Trauermücken höchstens deinen Zimmerpflanzen, weil die Larven an den feinen Wurzeln fressen und junge Pflanzen dadurch schwächeln.
Fruchtfliegen sitzen gern auf Lebensmitteln. Angeschnittenes Obst, auf dem sie saßen, wirfst du besser weg, der Rest ist kein Grund zur Sorge. Sprays oder Insektizide sind in beiden Fällen unnötig, das Umweltbundesamt weist ausdrücklich darauf hin.
Weil die Vermehrung sehr schnell geht. Ein Trauermücken-Weibchen legt nach Angaben der Biologischen Beratung bis zu 200 Eier in feuchte Erde. Je nach Temperatur ist eine komplette Generation vom Ei bis zur fertigen Mücke in etwa zwei bis vier Wochen durch. Aus ein paar übersehenen Tieren wird so in kurzer Zeit eine Wolke.
bis zu 200
Eier pro Weibchen
2–4 Wochen
bis zur nächsten Generation
Das erklärt auch, warum eine einzelne Gelbtafel selten reicht. Du fängst damit die erwachsenen Tiere, aber in der Erde sitzt schon die nächste Generation als Larve. Wirksam wird es erst, wenn du beides angehst, die Fliegen in der Luft und die Larven im Topf.
Für den akuten Befall zählt, die Brutquelle trockenzulegen und die erwachsenen Tiere abzufangen. Diese Schritte wirken am schnellsten.
Blumenerde abtrocknen lassen. Lass die oberen zwei Zentimeter zwischen den Gießvorgängen richtig austrocknen. Wenn möglich von unten über den Untersetzer gießen, dann bleibt die Oberfläche trocken.
Gelbtafeln an den Topf stecken. Die klebrigen Karten fangen die erwachsenen Trauermücken und zeigen dir am Belag, ob der Befall zurückgeht.
Eine Schicht Sand oder Quarzsand aufbringen. Ein bis zwei Zentimeter auf der Erde verhindern, dass die Weibchen neue Eier ablegen und dass frisch geschlüpfte Tiere nach oben kommen.
Nematoden ins Gießwasser geben. Diese winzigen Fadenwürmer gehen an die Larven in der Erde und sind für Menschen, Haustiere und Pflanzen unbedenklich.
In der Küche das Angebot wegräumen. Obst in den Kühlschrank oder abdecken, Biomüll täglich leeren, Flaschen ausspülen, den Abfluss ab und zu mit reichlich heißem Wasser durchspülen.
Essig-Spülmittel-Falle gegen Fruchtfliegen. Ein Schälchen mit Apfelessig, etwas Wasser und einem Tropfen Spülmittel. Der Essig lockt, das Spülmittel nimmt der Flüssigkeit die Oberflächenspannung.
Mehr Ideen für die einzelnen Räume findest du in unserem Ratgeber Fliegen im Zimmer loswerden.
Wenn die Fliegen vor allem am Fenster sitzen und von draußen nachkommen, kommst du mit Fallen allein nicht weiter. Dann lohnt sich ein fester Insektenschutz.
Insektenschutz für Fenster ansehenEin normales Fliegengitter hält Stubenfliegen, Stechmücken und Wespen zuverlässig ab. Die kleinsten Arten wie Trauermücken oder Gnitzen sind aber so schmal, dass sie durch die übliche Masche von rund anderthalb Millimetern teilweise durchschlüpfen. Bei einem Standardgewebe aus Fiberglas kann es also passieren, dass ein paar der ganz kleinen Fliegen trotzdem hereinkommen.
Kurz gemerkt. Standardgewebe hält Fliegen, Stechmücken und Wespen ab. Für Trauermücken und Gnitzen brauchst du ein feinmaschiges Pollenschutz- oder Transpatec-Gewebe.
Wer auf Nummer sicher gehen will oder nah an einem Gewässer, einem Feld oder einem Komposthaufen wohnt, wählt ein feinmaschiges Gewebe. Das Pollenschutzgewebe hat eine deutlich engere Masche und hält dadurch auch winzig kleine Insekten ab, nicht nur Pollen. Das Transpatec-Gewebe ist die fast unsichtbare Variante mit sehr guter Durchsicht und trotzdem feiner Struktur. Welches Gewebe zu welchem Fenster passt, erklären wir im Ratgeber Das passende Gewebe für deinen Einsatzzweck und in der Gewebeübersicht.
Ein feineres Gewebe lässt etwas weniger Luft durch, das ist der Kompromiss. Für Schlafzimmer, Küche und Räume mit vielen Pflanzen ist der bessere Schutz das meist wert.
Die Fliegen aus der Blumenerde bekämpfst du an der Erde. Den Nachschub von draußen stoppst du am Fenster und an der Balkon- oder Terrassentür. Am besten mit einer Maßanfertigung, die genau in deine Öffnung passt, damit keine Lücke bleibt, durch die kleine Tiere schlüpfen.


Spannrahmen
Sitzt fest im Fensterrahmen, nimmt jedes Gewebe auf und ist von innen kaum zu sehen. Ideal für Fenster, die du selten öffnest. Mit Klemmträgern hält er ohne Bohren, auch in der Mietwohnung.
Insektenschutzrollo
Läuft in einer schmalen Kassette am Fenster. Du ziehst es nur herunter, wenn du lüftest, sonst verschwindet es fast unsichtbar nach oben. Gut für das Fenster hinter der Spüle oder über der Arbeitsplatte.
Plissee
Lässt sich stufenlos ziehen und passt für Fenster wie für die Balkontür, wenn wenig Platz ist.
Pendeltür, Drehtür, Schiebetür
Für die Küchen- oder Terrassentür. Sorgen dafür, dass beim Rein und Raus nichts mitkommt.
Alle Systeme fertigen wir nach deinem Maß, das Gewebe wählst du dazu, vom Standard bis zum feinmaschigen Pollenschutz. Wenn du dir beim Ausmessen unsicher bist, hilft dir die Aufmaßgarantie. Wie du einen Rahmen ohne Bohren montierst, zeigt die Anleitung Fliegengitter anbringen ohne Bohren.
So bleibt das Fenster offen für frische Luft und zu für kleine Fliegen.
Fast immer Trauermücken oder Fruchtfliegen. Trauermücken sind schlank, schwarz und fliegen taumelig um Zimmerpflanzen und am Fenster. Fruchtfliegen sind bräunlich, haben rote Augen und schwirren um Obst und Biomüll. Beide sind harmlos, vermehren sich aber schnell.
Meist aus gärendem Obst, aus Saftresten oder aus dem feuchten Belag im Abfluss. Ein Teil kommt auch über das offene Fenster herein, gerade wenn draußen ein Komposteimer oder Biomüll steht. Obst abdecken, Müll leeren und den Abfluss mit heißem Wasser spülen entzieht ihnen die Grundlage.
Nein. Das Umweltbundesamt stuft Trauermücken als nicht gesundheitsgefährdend für Mensch und Tier ein. Sie stechen nicht. Schaden können sie nur Zimmerpflanzen, weil die Larven an den Wurzeln fressen.
Weil die Vermehrung sehr schnell geht. Ein Weibchen legt bis zu 200 Eier, und je nach Temperatur ist eine Generation in zwei bis vier Wochen fertig. Aus wenigen übersehenen Tieren wird in kurzer Zeit eine Wolke. Deshalb zählt, früh die Erde trockenzulegen und die Larven mitzubehandeln.
Gegen die Tiere, die von draußen kommen, ja. Ein Standardgewebe hält die meisten ab, die kleinsten Arten schlüpfen aber teilweise durch die normale Masche. Ein feinmaschiges Pollenschutz- oder Transpatec-Gewebe hält auch sie zurück. Gegen Fliegen, die aus der eigenen Blumenerde schlüpfen, hilft das Gitter nicht, dort musst du an die Erde.
Erde abtrocknen lassen, Gelbtafeln an den Topf, eine Schicht Sand auf die Oberfläche und Nematoden ins Gießwasser gegen die Larven. Wichtig ist, die erwachsenen Tiere und die Larven gleichzeitig anzugehen, sonst schlüpft ständig die nächste Generation nach.
Sie wollen zum Licht und zur Wärme. Tiere, die drinnen geschlüpft sind, sammeln sich an der hellen Scheibe. Tiere, die von draußen kommen, sitzen ebenfalls zuerst am Fenster. Ein gut sitzender Insektenschutz fängt beide Wege ab.
Die Trauermücke ist schwarz, schlank und lebt an Zimmerpflanzen. Die Fruchtfliege ist bräunlich, kompakt, hat rote Augen und lebt an Obst und in der Küche. Danach richtet sich, wo du ansetzt, an der Blumenerde oder in der Küche.
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